Ausrichtung Röntgenstrahler zum Personal

Sehr geehrte Damen und Herren,

bei einer Schulter O.P. wird der Strahlengang so ausgerichtet, dass das Personal in Richtung der Röhre schaut (also in den Strahlengang hineinschaut). Ist das aus Sicht des Strahlenschutzrechtes erlaubt?

Viele Grüße von Anette Butzmann

 

Anette Butzmann

Sehr geehrte Frau Butzmann,

üblicherweise wird der C-Bogen im OP so ausgerichtet, dass die Röhre unter dem Tisch positioniert ist. Dies ist aus strahlenhygienischer Sicht auch zu empfehlen, da an der Seite am meisten Streustrahlung entsteht, an der die Röntgenstrahlung auf die Haut des Patienten trifft (Eintrittsseite). Auf der anderen Seite des Patienten (Austrittsseite) kommen nur wenige Prozent der ursprünglichen Strahlung an. Durch die Untertischposition der Röhre bekommt das Personal also weniger Streustrahlung an Hände, Oberkörper und Auge. Daher ist es sinnvoll, dass Sie (auch bei lateralem Strahlengang) auf der gegenüberliegenden Seite von der Röhre stehen, d.h. „in die Röhre schauen“. Somit ist der von Ihnen geschilderte Fall nicht nur erlaubt, sondern für das Personal besonders empfehlenswert.

Kerstin Jungnickel

 

kj

Herzlichen Dank!

Anette Butzmann

Die Frage muss ich leider noch mal korrigieren, da ich offensichtlich das Problem nicht ganz verstanden hatte:

Bei den Schulter OPs in Beachchairposition (Sitzposistion 70-90°), wollen einige Operateure die Röhre über dem Patient (oben) haben, da wir den C-Bogen sonst nicht genug überschwenken können (Bauartbedingt ist die Überschwenkmöglichkeit beim mobilen C-Bogen eingeschränkt). Somit befindet sich diese oftmals in Kopfhöhe des OP-Teams. Im Röntgenkurs lernt man das diese Position wg zu hoher Streustrahlung untersagt ist.
Frage: Stimmt das, ist diese Position aus rechtlichen Gründen untersagt oder lediglich ungünstig?

Anette Butzmann

Sehr geehrte Frau Butzmann,

die Position ist nicht untersagt, aber für das Personal strahlenhygienisch am ungünstigsten! Da würde als Oberkörper- und Kopfschutz wiederum eine Bleiglasscheibe helfen, die Sie aber sicherlich nicht haben werden im OP. Also: Abstand halten, kurze Durchleuchtungszeit, gepulste Durchleuchtung (max. 7.5. Pulse/s) und gut einblenden. Mein Vorschlag: Lassen Sie die Operateure für 3 Monate ein Augenlinsendosimeter tragen, dann wissen Sie, was sie am Kopf abbekommen.

Kerstin Jungnickel

kj

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