Strahlenschutz im urologischen OP

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im urologischen OP wurde das alte Uroskop gegen einen neuen C-Bogen getauscht. Der Urologe „beschwert“ sich jetzt, dass er bei einer Untertischanordnung von unten Strahlung abbekommen würde, wenn er den Patienten untersucht. Sie haben im OP diesen Tisch: Medstone4 URO - STILLE. Der Operateur sitzt dann sozusagen vor dem Ring mit dem Abflussbeutel. Strahlenschutzlamellen kann man eigentlich nur an den langen Seiten des Tisches anbringen. Man könnte sich evtl. eine Konstruktion überlegen, dass man die Lamellen auch an die kurze Seite hinter den Ring anbringen könnte. Da bin ich mir aber nicht sicher, ob das dann nicht zu nah an der Röhre ist und für Bildverschlechterung sorgt.

werstahl

Sehr geehrte Damen und Herren,

prinzipiell ist eine Untertischanordnung einer Übertischanordnung vom Strahlenschutzaspekt vorzuziehen. Das liegt in der deutlich höheren röhrenseitigen Rückstreuung und der potentiellen Direktexposition begründet. Die in der Urologie häufig vorzufindende Übertischanordnung liegt vor allem im Patientenzugang begründet. Meiner Meinung nach sollte sich die erhöhte Strahlung von "unten" recht gut über eine zusätzliche Strahlenschutzschürze oder eine Strahlenschutzdecke über den Beinen des Urologen abschirmen lassen. Diese sollte dann tiefer reichen als die Röhrenposition. Ob dies auch praktikabel ist, müssten Sie mit dem Urologen besprchen. Die von Ihnen vorgeschlagene Anordnung sollte aber auch möglich sein. Wenn Sie Bleivorhänge benutzen, sollte auch so gut wie keine Rückstreuung auftreten. Insofern ist dann auch nicht von einer Bildverschlechterung auszugehen. Allerding besteht natürlich die Gefahr, das dieser Vorhang bei Kippungen des C-Bogens mit ins Bild geraten kann. In so einem Fall könnte es dann zu einer Erhöhung der Patientendosis kommen. 

 

mit freundlichen Grüßen

 

Bernhard Renger

Medizinphysiker

Bernhard Renger

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